Ich war selbst eine Woche im Dunkeln. Ich wollte wissen, wovon ich rede, wenn ich anderen davon erzähle. Über die Dunkelheit kann nur ehrlich sprechen, wer drin war. Seit 2013 begleiten Lenka und ich Menschen in die Dunkelheit, 2014 haben wir die erste eigene Hütte in unseren Obstgarten gestellt. Heute sind es fünf, und durch sie sind schon über 3000 Menschen gegangen.
Wer wir sind
Geboren sind wir beide in Most, gelebt haben wir lange am Fuß des Erzgebirges. Wenn du aus Sachsen kommst, waren wir also mal fast Nachbarn. Heute wohnen wir in Lomec bei Kutná Hora, einem Dorf mit 30 Einwohnern, in einem Blockhaus 50 Meter von den Hütten entfernt.
Wir haben vier Kinder, die zu Hause gelernt haben, weil uns freies Lernen wichtig ist. Verheiratet bin ich, seit ich 21 war. Wir gehören keiner Religion an und respektieren trotzdem jeden Glauben. Wir haben ein Stück Welt gesehen, viele Techniken und inspirierende Menschen kennengelernt. Den größten Schatz haben wir am Ende aber in uns selbst gefunden, nicht unterwegs.
Warum wir Menschen ins Dunkelretreat begleiten
Für uns sind Freiheit und Freiwilligkeit das Wichtigste überhaupt. Du kannst kommen und musst nicht. Du kannst bleiben und musst nicht. Genau so verstehen wir auch die Dunkelheit: als Raum, in dem dir niemand sagt, wie du richtig lebst.
Wir glauben nicht an die Aufteilung in positiv und negativ. Licht und Dunkelheit gehören zusammen, und jeder Schritt auf deinem Weg ist genau so richtig, wie er ist. Wir glauben an den Kreislauf des Lebens und geben gern etwas zurück, auch deshalb engagieren wir uns karitativ.
Was du von uns erwarten kannst, und was nicht
Erwarte nicht, dass wir dich „erwecken“. Wir sind keine Meister aus dem Osten und nicht spiritueller als du. Wir sind da, wenn du uns brauchst, und wenn nicht, lassen wir dich in Ruhe. Fragst du uns um Rat, erzählen wir dir gern, was wir wissen. Die besten Antworten findest du aber meistens selbst, im Dunkeln.
Wir bewerten niemanden. Manche schreiben uns, wir seien Scharlatane, andere halten uns für hoffnungslose Gutmenschen. Wir nehmen beides mit einem Lächeln. Vermutlich ist an beidem ein bisschen was dran 🙂
Wer dich durch die Dunkelheit begleitet
Tom
Unternehmer, Tüftler und Vater von vier Kindern. Familie steht bei mir an erster Stelle, und Freiwilligkeit halte ich für den höchsten Wert, den es gibt. Mehr über mich findest du auf roud.cz.
Lenka
Lenka beschäftigt sich mit Psychologie und begleitet Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung. Ihr liegt am Herzen, dass du in der Dunkelheit Ruhe findest und dich selbst ein Stück besser kennenlernst.
Simona
Simona Málková unterstützt uns als Begleiterin in der Dunkelheit. Sie liebt die Arbeit mit Menschen, und genau wie wir sagt sie dir nicht, was du tun sollst. Sie hört zu und lässt dich deinen eigenen Weg finden.
Der Ort
Die Hütten stehen auf unserem Grundstück von einem Hektar, mitten im Obstgarten. Hinter ihnen kommen nur noch Garten, Felder und Wald, die nächste Straße ist 200 Meter weit weg. Das Wasser kommt aus unserem 120 Jahre alten Brunnen, von Hand gegraben, 10 Meter tief, ohne Beton, nur aus aufgeschichteten Steinen. Ab und zu hörst du unsere zwei Hunde oder den Hahn. Das ist Dorf, und das gehört dazu.
Die Universität Ostrava untersucht bei uns in einer Langzeitstudie, was ein Aufenthalt in der Dunkelheit mit Menschen macht. Wir sind gespannt. Wir sehen es bis dahin vor allem daran, wie die Leute nach einer Woche abreisen.
Ob du kommst oder nicht
Wenn du dich für uns entscheidest, freuen wir uns. Wenn du dir einen anderen Ort aussuchst, wünschen wir dir dort eine genauso schöne Zeit. Und wenn deine Zeit für die Dunkelheit noch nicht gekommen ist, ist das auch in Ordnung. Alles hat seinen eigenen Rhythmus.
Wir freuen uns auf dich – Tom & Lenka