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Sicherheit und Kontraindikationen beim Dunkelretreat

Ist ein Dunkelretreat für jeden etwas? Nein. Lenka und ich haben seit 2013 über 3000 Menschen in die Dunkelheit begleitet, und gerade deshalb sagen wir es offen: Für manche ist es nicht das Richtige, und für manche gerade jetzt nicht. Diese Seite ist uns wichtiger als die Preisliste.

Ein Dunkelretreat ist keine Therapie im medizinischen Sinn und ersetzt keine ärztliche Behandlung. Wir sind keine medizinische Einrichtung. Wir bieten Aufenthalte in der Dunkelheit an, nicht mehr und nicht weniger. Wenn du unsicher bist, ob das für dich passt, sprich vorher mit deinem Arzt.

Warum man trotzdem „Dunkeltherapie“ sagt

Das Wort ist älter als wir. So heißt zum Beispiel das Buch von Holger Kalweit, und auch die Universität Ostrava, die bei uns eine Langzeitstudie durchführt, verwendet den Begriff. Auf Englisch sagt man Dark Retreat, im Tibetischen gibt es für den Rückzug in die Dunkelheit eine eigene Praxis. Mit Medizin hat das Wort nichts zu tun. Bei uns heißt es einfach Dunkelretreat: ein paar Tage in einer dunklen Hütte, freiwillig und auf eigene Verantwortung.

Wann ein Dunkelretreat nicht geeignet ist

Bitte buche nicht, wenn einer dieser Punkte auf dich zutrifft:

  • Du bist noch nicht volljährig.
  • Du hast gerade akute psychische Beschwerden.
  • Du hast eine psychotische Erkrankung, etwa Schizophrenie, oder hattest früher eine psychotische Episode.
  • Du hast eine manisch-depressive Erkrankung, eine schwere Depression, starke Ängste oder Panikattacken.
  • Du hast Gedanken, dich selbst zu verletzen, oder Suizidgedanken. Dann ist jetzt nicht die Zeit für die Dunkelheit. Bitte wende dich an deinen Arzt oder an eine Krisen-Hotline in deinem Land.
  • Du leidest unter schwerer Schlaflosigkeit oder fühlst dich psychisch deutlich instabil.
  • Du hast Epilepsie oder eine andere neurologische Erkrankung mit Anfällen.
  • Du hast eine akute Infektion oder Fieber.
  • Du hast ernste Herzprobleme oder eine andere Erkrankung, die regelmäßig ärztlich überwacht werden muss.
  • Du nimmst Medikamente, die einen Aufenthalt in der Dunkelheit ausschließen.
  • Du stehst unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen, oder du hast vor, sie vor, während oder direkt nach dem Aufenthalt zu nehmen.
  • Du hast ausgeprägte Klaustrophobie und wir haben vorher nicht miteinander darüber gesprochen.

Hattest du früher einmal eine psychische Erkrankung wie die oben genannten, kannst du nur mit einer Bestätigung deines behandelnden Arztes kommen, dass ein Aufenthalt in der Dunkelheit für dich in Ordnung ist.

Wann du vorher mit deinem Arzt sprichst

In diesen Fällen kann ein Dunkelretreat möglich sein, aber es braucht eine Einschätzung von jemandem, der dich kennt:

  • Du nimmst Psychopharmaka.
  • Du bist gerade in Psychotherapie oder in ärztlicher Behandlung wegen psychischer Beschwerden.
  • Du bist schwanger.
  • Du hast eine chronische Erkrankung, die während des Aufenthalts besondere Versorgung brauchen könnte.
  • Du bist im höheren Alter oder gerade erst volljährig.
  • Alleinsein, Stille oder eine veränderte Wahrnehmung sind für dich schwer auszuhalten.
  • Du hast vor Kurzem etwas Einschneidendes erlebt: den Tod eines nahen Menschen, eine Trennung oder eine Phase völliger Erschöpfung.

Ruf uns in solchen Fällen gern auch vorher an. Oft finden wir gemeinsam eine sanftere Variante, zum Beispiel zuerst eine oder drei Nächte statt einer ganzen Woche.

Den Lichtschalter hast du in der Hand

Dein Dunkelretreat beginnt in dem Moment, in dem du selbst das Licht ausschaltest. Und du kannst es jederzeit wieder einschalten oder die Hütte verlassen. Drinnen gibt es einen Schlüssel und einen Lichtschalter, die Tür geht von innen auf, und niemand hält dich fest. Komisch, aber wahr: Sobald die Leute wissen, dass sie nicht eingesperrt sind, verschwindet die Angst vor dem Eingesperrtsein meistens von allein.

Ungefähr einer von zehn beendet sein Dunkelretreat früher. Wenn wir nachfragen, ist es selten die Dunkelheit selbst, öfter eine Krankheit oder etwas zu Hause, das nicht warten kann. Wir überreden niemanden zum Bleiben. Ein früheres Ende ist keine Niederlage, nur ein kürzeres Dunkelretreat.

Ivana war im Januar 2026 bei uns und hat es so zusammengefasst: Am Ende sei es viel einfacher gewesen als in ihrem Kopf, und sobald es unangenehm wird, könne man jederzeit gehen.

Worum wir dich bitten

  • Komm nüchtern und in einem möglichst stabilen Zustand, körperlich wie seelisch. Dann hast du den Kopf frei für das, weswegen du eigentlich kommst.
  • Sag uns die Wahrheit über deine Gesundheit, auch wenn es unangenehm ist. Nur so können wir dir ehrlich sagen, ob es passt.
  • Fang lieber kürzer an, wenn du unsicher bist. Eine Woche läuft dir nicht weg.
  • Rechne damit, dass etwas hochkommt. Starke Gefühle, Erinnerungen oder körperliche Reaktionen können sich melden. Das gehört dazu, und du musst damit nicht allein bleiben, wir sind jeden Tag für dich da.
  • Hör auf, wenn es nicht mehr geht. Treten seelische oder körperliche Probleme auf, beendest du den Aufenthalt sofort. Das ist keine Schwäche, das ist Verantwortung für dich selbst.

Unsicher? Lieber einmal zu viel anrufen

Du gehst freiwillig in die Dunkelheit und trägst für deinen Aufenthalt die Verantwortung selbst. Genau deshalb reden wir lieber vorher zu viel als zu wenig. Ruf uns an unter +420 608 08 33 33, dann schauen wir gemeinsam, ob ein Dunkelretreat jetzt das Richtige für dich ist. Und wenn nicht, ist das auch eine gute Antwort. Die verbindlichen Regeln findest du in den Bedingungen.

Wir freuen uns auf dich – Tom & Lenka